Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften

24. bis 26. Juni 2026: Internationale Tagung: "Konflikt, Körper, Klasse: Gesellschaftliche Transformationen zwischen Politik und Ökologie in der Literatur"

15.06.2026|10:00 Uhr

Gesellschaftspolitische Transformationsprozesse sind eng mit ökologischen Fragestellungen verwoben. Zu denken ist etwa an die Durchsetzung der Forstgesetze im 18. und 19. Jahrhundert, an die Agrarreformen, die Umverteilung von Landbesitz, Bauernbefreiung und die Auflösung feudaler Strukturen evozierten, an die Industrialisierung und die damit einhergehende Transformation von Landschaften oder an die großen Energie- und Infrastrukturprojekte und die Umwelt- und Klimabewegungen. 

Die Tagung "Konflikt, Körper, Klasse: Gesellschaftliche Transformationen zwischen Politik und Ökologie in der Literatur" rückt vom 24. bis 26. Juni 2026 (ab 13 Uhr im Bergischen Zimmer) die Wechselverhältnisse von politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Aspekten in der Literatur vom Revolutionsjahr 1848 bis zur Gegenwart in den Blick und fragt, inwiefern ökologische und politische Dynamiken gerade in demokratischen Aushandlungsprozessen eng miteinander verbunden waren und es weiterhin noch sind. Im Zentrum stehen drei Schlüsselkonzepte: 

• Konflikt als Signatur von Transformation. Konflikt wird dabei in literarischen Texten sowohl thematisch als auch strukturell wirksam: Er bildet die narrative Dynamik, ordnet temporale Abläufe und erzeugt Spannung und Bewegung. 

• Körper wird als materieller, symbolischer und politischer Bezugspunkt gesellschaftlicher Transformation verstanden. Er ist Schauplatz von Herrschaft und Befreiung und Speicher sozialer wie politischer Erfahrung.

• Klasse wirft in der traditionell-marxistischen Reflexion beispielsweise Fragen von Eigentum, Arbeit und Ausbeutung auf, rückt aber auch in neuen Zusammensetzungen, etwa im Begriff einer „ökologischen Klasse“ in den Blick.

Mit Beiträgen von Heather Sullivan (Keynote; Austin), Stefanie Heine (Kopenhagen), Barbara Thums (Mainz), Felix Lempp (Bern), Franziska Bergmann (Erlangen), Simon Probst (Vechta), Christoph Gardian (Wuppertal), Friederike Reents (Eichstätt), Victoria Gutsche (Wuppertal), Kyung-Ho Cha (Berlin), Montserrat Bascoy Lamelas (Alcalá).

Im Rahmen der Tagung gibt es am 25.6. um 17.30 Uhr im Foyer des Von-der-Heydt Museums Wuppertal zudem eine Lesung samt Gespräch mit der Autorin Raphaela Edelbauer zu ihrem Roman "Das flüssige Land".

Organisation: Dr. Sabrina Huber, Bergische Universität Wuppertal/Dr. Antonia Villinger, DFG-GRK „Literatur und Öffentlichkeit in differenten Gegenwartskulturen“, FAU Erlangen-Nürnberg.